Venedig Tag 4

Sonntag, 15.09.2019

Um 06.10 Uhr bin ich wach und um 07.00 Uhr am Strand. Offensichtlich zu früh für Sanji. Ich laufe den Strand entlang, klettere auf die Mole und laufe fast bis an ihr Ende. Das letzte Stück spare ich mir. Ich habe keine Lust mit meinem kurzen Strandkleidchen an diversen angelnden italienischen Opas vorbeizulaufen. Auf dem Rückweg nehme ich den Weg über die Insel, durchquere ein sumpfiges Naturschutzgebiet und bin froh, dass die Mücken morgens noch nicht munter sind. Ich komme an den Strandferien-Anlagen des Militärs vorbei, am neuen und alten Krankenhaus, sowie am jüdischen Friedhof von Venedig, der eine lange, aber keine schöne Geschichte hat.

Um 09.30 Uhr geht es zum Frühstück. Danach trödeln wir ein bisschen herum und nehmen um 11.28 Uhr das Vaporetto nach Murano. Es ist der letzte Tag der Venice Glass Week und wir möchten noch mehr davon mitbekommen. Auf Murano mogeln wir uns in einer Manufaktur in eine Glasbläservorführung. In kürzester Zeit stellt der Glaskünstler eine kleine Pferdefigur her, die auch selber stehen kann. Große Kunst.
Glasbläser bei der Vorführung
In diesem Ofen wird das Glas erhitzt
Anschließend werden wir durch die Ausstellungsräume bugsiert. Die Auswahl ist riesig, die Preise auch. Allerdings sind diese auch durch die Handarbeit und die jahrelange Ausbildung der Glasbläser gerechtfertigt. Wir möchten uns trotzdem nicht eine Weinkaraffe mit Golddekor und 6 Gläsern für mehrere hundert Euro in die Wohnung stellen. Von den großen Dekorationsstücken ganz zu schweigen.
Die Kunst im öffentlichen Raum besteht hier aus Glas
Auch kleinere Kunstwerke sind hier zu bestaunen
Selbst die Instrumente des Straßenmusikers sind hier aus Glas
Die Insel ist voll und die Schlange am Anleger für die Weiter- bzw. Rückfahrt beeindruckend. Wir steuern ein Restaurant an, das wir von unserem letzten Besuch kennen. Leider findet hier heute eine geschlossene Veranstaltung statt. Da hier auf der Insel in erster Linie Fisch serviert wird, finden wir keine Alternative. Wir schippern nach Venedig zurück, essen im Bahnhofscafé unseres Vertrauens ein wie immer sehr leckeres Sandwich aus der reichhaltigen Auswahl. Zum Nachtisch gibt es einen Milchshake von Grom.

Jetzt sind wir ein bisschen schlapp und unentschlossen. Also wieder rauf auf das nächste passende Vaporetto Richtung Lido. Im Hotel machen wir ein verspätetes Mittagsschläfchen. Danach starten wir zu einem gemeinsamen Strandspaziergang.

Um 20.00 Uhr geht es zum Abendessen ins Restaurant Glacial. Etwas angeschickert (ich, es war der Sprizz Veneziano) und in bester Urlaubsstimmung sitzen wir später noch am Anleger, lauschen dem Quietschen der Pontons und blicken auf die Lagune und das abendliche Venedig.